NEWSLETTER ABONNIEREN 

Kleine Hilfe, große Wirkung

Verein inga e.V. hilft Prostituierten beim Ausstieg



Quelle: Pixelio / inga e.V.

Kleine Hilfe, große Wirkung: In unserer neuen Reihe "Vereine aus dem Stuttgarter Süden stellen sich vor", die in lockerer Folge hier erscheinen wird, macht der Verein inga e.V., der Prostituierten beim Ausstieg hilft den Anfang - hier ein Portrait des im Heusteigviertel ansässigen Vereins.
 

Ranka (alle Namen geändert) kann einen Job bei Burger King starten. Sie braucht dafür eine Hygieneschulung und eine erste Monatsfahrkarte, zusammen 110 €. Für Gitta haben wir die letzte Rate der Krankenhausrechnung übernommen. Sie kommt dadurch am Gerichtsverfahren vorbei, 179 €. Noras Tochter wird eingeschult und bekommt von inga e.V. eine gefüllte Schultüte, 27 €. Ludmilla braucht eine Gleitsichtbrille. Diesen Wunsch könne wir nicht erfüllen, da wir ihr schon einen Deutschkurs finanziert haben.

Kleine Hilfe - große Wirkung.
Dies sind Beispiele aus dem Hilfeprogramm unseres Stuttgarter Vereins inga e.V. (Initiative gegen die Ausbeutung von Frauen in der Prostitution). Es geht um Zuschüsse für Bewerbungen, Zeugnisübersetzungen, Umzüge, Möbel, Kleidung oder eine unerwartete Reise ins Heimatland, weil dort jemand aus der Familie gestorben oder schwer erkrankt ist.

Über tausend Prostituierte in Stuttgart, davon 90 % Ausländerinnen. Da als Selbstständige geführt, stehen die Frauen beim Ausstieg nicht im Leistungsbezug und sind mittellos. Sie sind häufig traumatisiert, sprechen wenig deutsch, manche sind Analphabetinnen, haben keinen oder keinen hier anerkannten Schul- oder Ausbildungsabschluss und kennen das deutsche Sozial- und Rechtssystem nicht. Unkundig geben sie Geld aus, welches sie eigentlich dem Amt zurückzahlen müssten, können sich keine erste Monatsfahrkarte zum neuen Job leisten oder kaufen unwissend 40 Einzeltickets. Jobs finden sie höchstens im Pflegebereich und als Küchen- oder Reinigungskraft.

Um zu helfen, haben Ehrenamtliche des Café La Strada im Leonhardsviertel 2014 den Verein inga gegründet. „Die Mehrheit unserer Frauen hat Kinder. Auch daher wollen wir ihnen den Ausstieg ermöglichen. Aber dazu brauchen wir einen langen Atem und das nötige Geld.“, sagt Vereinsvorsitzende Antje Sanders. Unser kleiner Verein mit 60 Mitgliedern lebt von Mitgliedsbeiträgen und Spenden. Aber das Geld reicht trotz zusätzlicher Einnahmen bei Floh- und Adventsmärkten nicht, um den jährlichen Bedarf in Höhe von 4.000 Euro zu decken. „Es tut weh, wenn man eine Bitte um Unterstützung ablehnen muss.“, so Finanzvorstand Hanne Niebuhr. Denn oft bedeutet das auch, dass die Frauen zurück in die Prostitution gehen. Und sei es nur, um dem Kind ein Geburtstagsgeschenk kaufen zu können.  

Unlängst hat auch der Bezirksbeirat Mitte einen Zuschuss beschlossen. „Ein gutes Projekt, weil es so unbürokratisch ist.“, hieß es in der Sitzung. Wir im Inga-Verein freuen uns. „Mit unserem Engagement können wir den ehemaligen Prostituierten ein Stück Selbstwertgefühl zurückgeben.“, so Antje Sanders.

Wer unterstützen möchte, kann Mitglied des Vereins inga e.V. werden oder ihm als Privatperson, Verein oder Firma eine Spende zukommen lassen.
GLS Bank:  DE24 4306 0967 7005 4434 00





inga e.V.
Initiative gegen die Ausbeutung von Frauen in der Prostitution
Jakobstraße 3
70178 Stuttgart
vorstand_at_inga-ev.de
www.inga-ev.de
    IMPRESSUM     DATENSCHUTZ         Webdesign Stuttgart   Grafik Stuttgart