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Galerie trott!art

Steine hauen zur Selbstfindung



Quelle: Trott-war e.V.

Menschen machen Kunst: Zum vierten Mal richtet Trott-war mit professionellen Bildhauern und sozial benachteiligten Künstlern auf der Schwäbischen Alb ein Workcamp aus.

Die Stuttgarter Berber schaffen zwei Wochen lang unter Anleitung von professionellen Kunstschaffenden aus Stuttgart Skulpturen und Plastiken aus Stein, Holz, Ton und Gips. Alle wohnen zusammen in einem abgelegenen Freizeitheim. Dieses Jahr ist erstmals auch Malerei angesagt.
 

Wie schon 2019 in einem Steinbruch in Königsbronn richtete trott!art, die Galerie der Straßenzeitung Trott-war, 2020 und 2021 ein Workcamp in einem Freizeitheim in Fleinheim bei Heidenheim aus, um mit Bildhauern und sozial benachteiligten Künstlern aus Stuttgart Skulpturen aus Sandstein zu schlagen. Erstmals sind 2022 auch der bekannte Kirchenmalermeister Wolfgang Hergeth und die Skulpturen schaffende Künstlerin und Malerin Andrea Halm mit an Bord. Die gelernten und akademisch ausgebildeten Anleiter wohnen mit „ihren Outsidern“ und ehrenamtlichen Begleitern 14 Tage gemeinsam im Camp in Zelten und Blockhütten und fertigen dreidimensionale Kunstwerke – künstlerisch beachtliche Steinskulpturen und Gemälde.

Den Skulpturen war anzusehen, dass die Beteiligten Spaß und Freude an der ungewohnten Arbeit hatten. Die Anleitungen ihrer beiden Meister sogen sie wie ein nach Wissen dürstender Schwamm auf. Die haptisch kreativen Arbeiten stärkten die sozial benachteiligten Frauen und Männer, gaben ihnen das Gefühl gebraucht zu werden und etwas Schöpferisches in Eigenleistung hergestellt zu haben, wodurch ihr Selbstvertrauen, ihr Selbstwertgefühl, ihre Selbstachtung und ihre Würde enorm gewachsen sind. Einige arbeiteten täglich von morgens 6:30 Uhr bis Mitternacht an ihren Kunstwerken.

Das Symposium findet diesen Sommer erneut im Evangelischen Freizeitheim in Nattheim-Fleinheim statt. Dort stehen Blockhütten mit Dusche, Küche, drei Schlafräumen mit Matratzenbetten, einer Grillhütte, einem riesigen Gelände am Waldrand und sogar einer eigenen Quelle zur Verfügung. Zusätzlich stellen die Teilnehmer Zelte auf.


Die in Stuttgart lebenden Teilnehmer des letzten Jahres aus insgesamt acht Nationen (Deutschland, Eritrea, Iran, Polen, Rumänien, Russland, Syrien, Türkei) sind voraussichtlich wieder mit dabei, ebenso wie der mexikanische Bildhauer Valentino Biaggio Berndt. Fotografisch begleitet wird das Camp von Christoph Hecke.
Wie schon vergangenes Jahr können auch diesmal bei Gefallen die Kunstwerke in der Galerie trott!art in Stuttgart betrachtet und käuflich erworben werden. Der erzielte Reingewinn dient der Fortsetzung der künstlerischen Aktivitäten der sozial benachteiligten Menschen und fließt bei großem Erfolg in die Schaffung von Wohnraum für obdachlose Menschen.

Wenn sich erneut ein Sponsor findet, wird das Workcamp mit einer etwas anderen Konzeption 2023 wieder durchgeführt werden. Dies wünschen sich jedenfalls die diesjährigen und letztjährigen Teilnehmer sehnlichst.

 





Trott-war e.V.
Falkertstr. 56
70176 Stuttgart
www.trott-war.de