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Historie - Lehenviertel/Weinsteige

Jugendstil und Hinterhofgewerbe
 

Foto: Patrick Kroiss

Lehenviertel
Der Flurname "Im Lehen" wurde bereits 1304 erstmals genannt. Ein Lehen war im Mittelalter das Leihgut in Form von Grund und Boden zum Ackerbau, das die Bauern zu Abgaben und Diensten gegenüber dem Lehensherrn verpflichtete. Die Lehenstraße wurde 1878 angelegt.

Das Lehenviertel hieß schon früher so, als es hier nur Gärten und Weinberge gab. Etwa ab 1900 wurden Straßen angelegt und mit prächtigen Wohnhäusern bebaut, nach dem Geschmack der Zeit teils historischen Vorbildern folgend, teils im damals modernen Jugendstil. Dass hier nicht nur gewohnt, sondern auch gearbeitet wurde, ist auch heute noch offensichtlich: In manchen Hinterhöfen gibt es noch die kleinen Bauten der Handwerker und fast jedes Haus hat im Erdgeschoss seinen Laden. Das ist bis heute so geblieben. 

Vom Krieg weitgehend verschont, stehen die Straßen heute unter Denkmalschutz und zählen zu den architektonisch interessantesten in Stuttgart.

Alte Weinsteige
Die in der ersten Hälfte des 14. Jahrhunderts künstlich angelegte Straße führte vom Stadtzentrum über den heutigen Marienplatz steil auf die Höhe des "Haigst" und weiter nach Degerloch und auf die Fildern. Sie umging dabei Gebiete wie Vaihingen und Möhringen, die zur Reichsstadt Esslingen gehörten. Sie diente dem Wein- und Warenverkehr zwischen Ober- und Unterland. Der jahrhunderte alte Verkehrswg verlor nach dem Bau der Neuen Weinsteige im Jahr 1831 rasch an Bedeutung. Durch den Bau der Zahnradbahn, die 1884 eingeweiht wurde, kam sie jedoch wieder zur Geltung. 

Neue Weinsteige
Sie wurde zur Entlastung der Alten Weinsteige 1826 bis 1831 von Oberbaurat Eberhard von Etzel gebaut. Sie hieß ursprünglich Wilhelmstraße und bekam erst 1846 ihren heutigen Namen. Zu ihrer Erbauungszeit galt sie als ingenieurstechnische Meisterleistung.

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