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Historie - Heusteigviertel

Wussten Sie schon, dass...


  • ...die Römer die ältesten Siedlungsspuren im Heusteigviertel hinterlassen haben? 
  • ...die Immenhofer Straße ihren Namen von einem alemannischen Stammesführer namens Immo ableitet? 
  • ...die Heusteigstraße nichts mit Heu, sondern mit Holz zu tun hat? 
  • ...in der Heusteigstraße der württembergische Landtag tagte? 
  • ...der Name Hauptstätter Straße sich nicht von der Hauptstadt, sondern von einem Richtplatz ableitet? 
  • ...das Henkersfest auf dem Wilhelmsplatz an diesen alten Richtplatz erinnert?



Vor den Alemannen waren die Römer da!
Zur Zeit der römischen Herrschaft in Baden-Württemberg, um 90 nach Christus, führte eine Römerstraße vom Köngener Kastell über den Hohen Bopser in den Stuttgarter Talkessel hinab. Dort überquerte sie den Nesenbach in Richtung Norden. Fundstücke weisen darauf hin, dass die Römer am Bopserhang siedelten. An der Kreuzung Heusteig-/Bopserstraße wurden sogar Fundamentmauern eines römischen Gutshofes ausgegraben.

In alemannischer Zeit entstand an diesem Hang eine Siedlung, die ihren Namen vermutlich von einem Sippenältesten namens Immo ableitete und als Weiler Immenhofen seit dem 7. Jh. bewohnt war. Heute erinnert lediglich die erst Ende des 19. Jh. angelegte Immenhofer Straße an die spurlos verschwundene, uralte Siedlung.

Das Gebiet des heutigen Heusteigviertel war also früher besiedelt als Stuttgart im sumpfigen Tal, das erst im 10. Jh. als Stutengarten vom schwäbischen Herzog Ludolf gegründet wurde.

Uralte Flurbezeichnungen als Straßennamen
Seine Wurzeln gehen auf Gewanne und Fluren weit außerhalb der Stadtmauern zurück
In seiner jetzigen architektonischen Form allerdings existiert das Heusteigviertel, also das Quartier zwischen Hauptstätter Straße und Olga-/Filderstraße, zwischen Wilhelms- und Marienplatz, erst seit dem 19. Jahrhundert.

Seine Wurzeln gehen auf die es umgebenden Gewanne und Fluren zurück, die einst weit außerhalb der Stadtmauern lagen. Auf dem ältesten genauen Stadtplan von 1745 erkennt man die Flurnamen Immenhoffen, FalbeHenne, HeuSteig und BopserSteig. Deutlich ist auch der damalige Richtplatz vor dem Hauptstätter Tor auf dem heutigen Wilhelmsplatz zu sehen. Innerhalb der Stadtmauer erstreckt sich der damalige Handelsplatz der Stadt, der später verlängert wurde und heute als Hauptstätter Straße bekannt ist.

Erst Anfang des 19. Jh. dehnten sich die Wohnquartiere für die rasch wachsende Bevölkerung über die Stadtmauern hinaus bis an die südlichen Hänge aus.

  • Ältester genauer Stadtplan
    "Plan geometrique et perspective de la ville capitale de Stuottgard dans le Duché de Wirttemberg". Die farbige Federzeichnung von Johann Adam Riediger aus dem Jahr 1745 ist der erste genaue Stadtplan mit näheren Angaben über die Bodennutzung.

  • FalbeHenne
    Der Flurname "FalbeHenne", auch "Falwen hennen", wird schon 1350 genannt und leitet sich vermutlich von einem Personen- oder Übernamen ab.

  • HeuSteig
    Als Flurnamen schon 1280 urkundlich erwähnt, lag sie einst nordöstlich oberhalb des Bohnenviertels auf Höhe der Olgastraße. Der Name leitet sich nicht von Heu, sondern vom Holzhauen ab: "Steige in die Häue" deutet darauf, dass sie der Abfuhr von gerodetem Holz diente. 

  • Richtplatz 
    Der Name der Hauptstätter Straße leitet sich vom schon 1451 genannten Richtplatz ="" Hauptstatt ab, die vor dem Hauptstätter Tor auf dem heutigen Wilhelmsplatz lag. Im Volksmund wurde sie wegen ihrer runden Form Käs genannt. Hier fanden Jahrhunderte lang Hinrichtungen mit dem Schwert statt, bevor die Richtstätte 1811 auf die Feuerbacher Heide verlegt wurde. 

  • Hauptstätter Tor
    Das ursprünglich hölzerne Tor schloss die Hauptstätter Straße gegen Südwesten ab. 1474 ließ Graf Ulrich der Vielgeliebte eine Doppelturmfassade errichten, die 1508 durch einen verheerenden Wolkenbruch zerstört wurde. Elf Menschen und zahlreiches Vieh fielen dem Hochwasser zum Opfer. 1518 wurde es wiederhergestellt, 1818 endgültig abgebrochen. 

  • Hauptstätter Straße
    Das Gelände der Hauptstätter Straße lag im 13./14. Jh. noch vor den Mauern der Stuttgarter Altstadt. Die als Marktplatz konzipierte Straße hatte ursprünglich eine Länge von 230 Metern und war 21 Meter breit. Fuhrwerke und Karren konnten hier problemlos wenden, so dass er zum eigentlichen Großhandelsplatz der Stadt avancierte.

Bebauungsmangel für die wachsende Bevölkerung
Vom unbebauten Areal voller Wiesen und Obstgärten zum Stadterweiterungsgebiet mit mehrstöckiger Bebauung im Stil der Gründerzeit und des Jugendstils. Betrachtet man alte Stuttgarter Stadtpläne, so kann man die Entwicklung des Heusteigviertels vom unbebauten Areal voller Wiesen und Obstgärten hin zum Stadterweiterungsgebiet mit mehrstöckiger Bebauung im Stil der Gründerzeit und des Jugendstil nachvollziehen.

Anfang des 19. Jh. wurden die Stadtmauern abgerissen, die Gräben aufgefüllt und die Stadttore verlegt.

Nach Vorgabe des Residenzbauplans von Nikolaus von Thouret von 1809 wurde vor dem Hauptstätter Tor der rechtwinklige Wilhelmsplatz angelegt und die Hauptstätter Straße nach Süden verlängert, wo sie bis heute in eine ellyptische Platzanlage, den Österreichischen Platz, mündet.


Das Viertel im Spiegel alter Stadtpläne

  • 1817 bis 1820 werden die ersten Häuser in der Christoph- und der Sophienstraße angelegt - sie sind damit die ältesten Wohnzeilen in dem ansonsten gänzlich unbebauten Heusteig-Areal. 

  • 1823 wird der Fangelsbachfriedhof angelegt. Ein Stahlstich aus der Zeit um 1830 zeigt den Friedhof im freien Gelände zwischen Weinbergen und Obstwiesen. 

  • 1832 wird der Holzmarkt zum heutigen Wilhelmsplatz ausgebaut. 

  • 1841 sind die Gewanne "obere" und "untere Heustaig" auf Höhe der Katharinenstraße noch völlig unbebaut. 

  • 1855 sind die Fangelsbachstraße, der Bopserweg, die Wilhelmsstraße, die Olgastraße sowie die Neue Weinsteige bereits als befestigte Straßen mit noch spärlicher Bebauung angelegt. Die heutige Heusteigstraße firmiert bis 1872 als "Immenhofer Weg". Noch gänzlich unbebaut sind die Gewanne Strohberg, Falbenhennen und Heusteig. 

  • 1871 bestehen bereits erste blockhafte Wohnanlagen im Areal zwischen Hauptstätter-/Schlosserstraße und Wilhelms-/ Österreichischem Platz. Bei der Stitzenburg erkennt man die Straße "Obere Heusteig". 

  • 1895 findet sich auch bergaufwärts bis hin zur Olgastraße eine recht starke Bebauung. In der Mozartstraße, in der Bopser- und der Weißenburgstraße sind schon etliche Wohnblocks fertig gestellt. Völlig unbebaut sind nur noch die Mittelstraße und die Immenhofer Straße. 

  • Nach 1900 wurde die Bebauung des Heusteigviertels zügig vollendet.



Heute ein architektonisches Kleinod
Heutzutage wird das Heusteigviertel zurecht als architektonisches Kleinod bezeichnet. Denn in dem zusammenhängenden Gebäudeensemble im Stil der Gründerzeit und des Jugendstil ist die originale Bausubstanz weit gehend unversehrt erhalten geblieben.

Typisch ist die geschlossene Blockbebauung mit großen Innenhöfen, in denen früher zahlreiche Handwerksbetriebe angesiedelt waren. Die enge Nachbarschaft von Bewohnern und Gewerbetreibenden ist auch heute noch charakteristisch. 

Die Häuserzeilen sind in der Regel fünf Stockwerke hoch. Über einem Sandsteinsockel erhebt sich gewöhnlich gelbliches oder rötliches Ziegelmauerwerk, das großzügig mit Gliederungs- und Zierelementen aus Werkstein ausgestattet ist. Nur wenige Bauten sind massiv aus Stein errichtet.

Rundgang: Sehenswürdigkeiten, nach Straßen geordnet

Architektonische Highlights aus Klassizismus, Historismus und Jugendstil

Christophstraße
Sie wurde 1817 angelegt und ist damit die älteste Straße des Heusteigviertels. Leider hat sich im unteren Teil zur Hauptstätter Straße hin keinerlei Originalarchitektur erhalten. Benannt wurde sie nach Herzog Christoph von Württemberg (1515-1568), dem Sohn Herzog Ulrichs. Herzog Christoph führte die Reformation in Württemberg ein.


  • Hausnummer 38
    1916 nach Plänen des Architekten Rudolf Schweitzer erbaut. Die fast 20 Meter lange Fassade ist ganz mit hellgrauem Werkstein verblendet und zeigt in ihrer Gestaltung Formen des geometrischen Jugendstil und des Neoklassizismus. Die abgerundete Ecke erhebt sich wie ein Kolossalpilaster über die gesamte Gebäudehöhe und verleiht dem Bau eine monumentale Wirkung.


  • Hausnummer 40/42
    1894 wurde der große Fabrikneubau an der Ecke Mozart-/Christoph-Straße nach Plänen der Architekten Bihl & Woltz errichtet. Das Gebäude besteht aus zwei Flügeln. Der größere Teil zur Mozartstraße hin wurde 1894, der untere Teil erst 1903 nach den alten Plänen errichtet. Der imposante Bau mit ca. 39 Metern Straßenfront gegen die Mozart-, ca. 30 Metern gegen die Christophstraße und rund 16 bis 12 Metern Tiefe, ist massiv aus orangerotem Backstein aufgemauert. Fensterrahmungen und Zierblenden sind mit dunkelrotem Backstein abgesetzt. Werkstein wurde nur für das Sockelgeschoß verwendet. Die Gebäudeecke ist abgeflacht und durch seitliche Risalite betont. Eine ovale Kartusche zeigt die Initialen "G&P", die Eckbekrönung am oberen Abschluss das Württemberger Wappen. 


Cottastraße
Ab 1864 angelegt. Benannt nach Johann Friedrich Freiherr Cotta von Cottendorf (1764 - 1832), Buchhändler und Verleger. Herausgeber des "Morgenblatt für gebildete Stände", das bis zu seiner Einstellung 1865 die führende kulturelle Zeitung in Deutschland war.


  • Hausnummern 45 bis 58
    Die Cottastraße hat die Zeit als geschlossenes Ensemble mit schlichter Jugendstilbebauung unversehrt überdauert.


Hauptstätter Straße
Von der originalen Bebauung der Hauptstätter Straße und dem Österreichischen Platz ist im Bereich des Heusteigviertel keine Originalarchitektur erhalten geblieben.


Heusteigstraße
Die HeuSteige wird als Flurnamen schon 1280 urkundlich erwähnt.
Sie lag nordöstlich des heutigen Heusteigviertels oberhalb des Bohnenviertels auf Höhe der Olgastraße. Der Name leitet sich nicht von Heu, sondern vom Holzhauen ab: "Steige in die Häue" deutet darauf, dass sie der Holzabfuhr diente. Der rechte Hang des Nesenbachtals war nämlich lange bis weit hinab bewaldet und wurde für die Holzgewinnung gerodet.
Die Straße, in der sich im unteren Teil zum Wilhelmsplatz hin schon 1812 erstes Gewerbe ansiedelte, firmierte bis 1872 als "Immenhofer Weg". 


  • Hausnummer 33
    Die reich mit Werkstein dekorierte klassizistische Fassade beeindruckt besonders durch ein im Stil griechischer Tempel gehaltenes Tor, das den rundbogigen Eingang umfängt. Es wird von zwei dorischen Säulen flankiert, die den ornamentierten Türsturz tragen. Im dritten Obergeschoss sind zwei Nischen mit Muschelabschluss in die Fassade eingelassen, die früher wohl zwei Skulpturen enthielten.


  • Hausnummer 37
    Das 1889 von Braunwald errichtete Wohnhaus besticht durch einen Eckerker, der mit zahlreichen dorischen und ionischen Säulen dekoriert ist.


  • Hausnummer 39 
    Die Fassade des ansonsten vollkommen schlichten Gebäudes aus Eisenbeton wird zu beiden Seiten des Eingangs in jedem Stockwerk von kelchartig erweiterten, blau bemalten und mit buntem Mosaik verzierten Säulen flankiert. Sie dienen als Pflanzentroge. Den Eingang schmückt ein rundes, diagonal gestelltes Mosaik aus wasserblauen Steinen. Es stellt einen See dar, in dem drei Fische schwimmen.


  • Hausnummer 41
    Ehemalige Glockengießerei und Spitzenfabrik Heinrich Kurtz. Kurtz musste auf Anweisung der Stadt seine erste Fabrik in der Marienstrasse aufgeben und verlegte die Firma in seinen Weingarten "in den Immenhofen". Das Gelände lag seinerzeit noch außerhalb des Stadtbauplans. Lediglich auf dem Nachbargrundstück befand sich die Werkstatt eines Hafners. 1863 fand eine erste Erweiterung des Gebäudes statt. Nun war die am Gelände vorbeiführende Heusteigstraße bereits geplant, der Neubau wurde als Hintergebäude zu dieser Straße erstellt. 1875 errichtete Architekt Speidel ein dreigeschossiges Wohnhaus an der Straße. Die Glockengießerei existierte bis in die 60er Jahre des 20. Jh. Nach der Stillegung wurden sämtliche Gebäude abgerissen.

  • Hausnummer 44
    Das Gebäude im Stil des Historismus wurde ganz aus Sandstein errichtet. 
    Die zwei seitlichen Erker tragen schöne Relieftafeln mit je zwei Putten, die Wappenschilder präsentieren.


  • Hausnummer 45 - Eduard-Pfeiffer-Haus - Alter Landtag
    Das 1888-1890 von Wittmann und Stahl ausgeführte historistische Gebäude ist einem italienischen Renaissance-Palast nachempfunden. Die repräsentative Fassade ist symmetrisch gegliedert durch einen Mittelrisalit mit Dreiecksgiebel und zwei Seitenrisalite. Die unteren beiden Geschosse sind durch Rustika-Quaderung zusammen gefasst. Die zwei steil aufragenden seitlichen Walmdächer setzen einen markanten Akzent im Stadtbild.


  • Hausnummer 49
    Das Jugendstilgebäude aus dem Jahr 1901 ist mit einem umlaufenden Fries aus schön geformten Kastanienblättern und mit zwei seitlich angebrachten Portrait-Medallions geschmückt.


  • Hausnummer 66 - Kolping-Haus Stuttgart Zentral

    Als katholisches Gesellenhaus 1869 von Adolph Kolping gegründet. Der Gebäudekomplex umfasst mehrere Häuser, die sich um einen verschachtelten Innenhof schließen. Das Hauptgebäude ist schlicht gegliedert. Es besteht im Untergeschoß aus grob behauenen Steinquadern, in den Obergeschossen aus Backstein. Das Portal zur Heusteigstraße zeigt einen Dreiecksgiebel, der beidseitig von zwei Säulen getragen wird, die jeweils mit dem Relief kniender Männerfiguren geschmückt sind. Im Giebelfeld ist der Spruch "Gott segne das ehrbare Handwerk" eingemeißelt. Darunter in schmückenden Kranzmedaillons rechts drei Wappen, links ein Hammer als Symbole des Handwerks.

    Der Torbau zur Schlosserstraße ist durch eine hübsche neobarocke Sandsteinfassade geschmückt. Über dem breiten Bogen steht in einer Nische mit muschelförmigem Abschluss die Figur Adolph Kolpings auf einem Sockel, der die Jahreszahl 1904 trägt. Das zweite Geschoß zeigt in einem kranzförmigen Medaillon, das seitlich von zwei Füllhörnern, oben von einem weiblichen Kopf eingefasst ist, ebenfalls die Inschrift "Gott segne das ehrbare Handwerk". 


Immenhofer Straße
Ab 1870 angelegt. Benannt nach dem uralten Weiler Immenhofen, der in alemannischer Zeit, ca. 600 bis 900 n. Chr. besiedelt war. Der Name geht wohl auf einen Sippenältesten namens Immo zurück. 1334 wird Immenhofen erstmals als Flurname urkundlich bestätigt.


  • Hausnummer 16

    Das eher schlichte Gebäude aus zweifarbigen Backsteinen, am Oberen Mozartplatz gelegen, ist im zweiten Obergeschoß mit einer Nische ausgestattet. In ihr ruht eine monumentale Mozart-Büste auf einem Sockel, der mit einer Leier als Symbol der Musik verziert ist. In den Rundfeldern über den Fenstern sind Reste von Wandmalereien mit Sprüchen erkennbar, zum Beispiel: "Erst die Last, dann die Rast".


  • Hausnummer 33
    Die Weinstube Kochenbas ist der Inbegriff einer schwäbischen Weinstube. Die einstige Gassenschenke wurde einst wohl besonders von Wengertern besucht, die dort ihre Weingärten hatten. Heute lädt im Sommer ein schattiger Biergarten zum verweilen ein. 


Mittelstraße

Ab 1895 angelegt. Benannt nach ihrer Lage zwischen Immenhofer- und Weißenburgstraße, Heusteig- und Olgastraße.
Die einzige Straße, deren Originalbebauung - mit einer Ausnahme (Eckhaus zur Mozartstraße) - lückenlos erhalten ist. Das geschlossene Ensemble besteht aus Backsteinfassaden mit gelben, orangeroten und rostroten Ziegeln über massiven Werksteinsockeln. Zahlreiche mit Ornamenten verzierte Erker gestalten ein lebhaftes Vor- und Zurückspringen der Häuserflucht. 


Mozartstraße
Ab 1879 angelegt. Benannt nach Wolfgang Amadeus Mozart (1776 - 1791). Sehr schöne Straße, deren gründerzeitliche Bebauung, um Jugendstilbauten ergänzt, fast unversehrt erhalten geblieben ist. 


  • Hausnummer 3
    Backsteinhaus mit massivem Sandsteinsockel und fein ornamentierten, schmalen Fensterrahmungen aus Werkstein im Stil der Neogotik. Im Erdgeschoß eine Arkadenreihe, deren Säulen mit Renaissance-Kapitellen geschmückt sind. Mehrere ornamentierte Werksteine, unter anderem ein Frauen- und ein Männerkopf, mittelalterliche Helme, Spruchbänder sowie das Stuttgarter Pferdle, schmücken die Fassade.


  • Hausnummer 36

    Das 1905 erbaute Doppelhaus in neobarockem Stil trägt über dem barock verkröpften, mit rundem Medaillon geschmückten Portal eine Mozartbüste, die sehr präzise aus Sandstein gemeißelt ist. Die Erker sind mit feinen Frauenköpfen verziert. Im Zentrum der Fassade das seltene Beispiel einer Wandmalerei: eine relativ gut erhaltene Ansicht von Mozarts Heimatstadt Salzburg.


  • Hausnummer 38
    Relativ schlichte Fassade, mit zweigeschossigem Sandsteinsockel, die zentral zwei Wandmalereien ziert: unten eine Tapisserie in Rottönen, oben ein neobarockes Emblem.


  • Hausnummer 40

    1897 von Karl Hengerer erbaut. Klassische Jugendstilfassade mit prachtvollem Reliefschmuck. Zentral eine weibliche Engelsfigur mit Flügeln, die zwei Tafeln hält. Mehrere Frauenköpfe mit wallendem Haar zieren die Erker. Die obersten Erkerfelder sind mit vegetabilen Blattornamenten überzogen.


  • Hausnummer 44
    Das Portal wird von einem typischen weiblichen Jugendstilkopf gekrönt. Ungewöhnliche Frauenfiguren, paarweise angeordnet, dienen als Erkerschmuck: Sie sind an den Händen gefesselt und nur mit einem Lendenschurz bekleidet.


  • Hausnummer 45
    Auffällige asymmetrische Fassade in historisierendem Stil mit Jugendstileinfluß. Maurisch anmutende Ornamentbänder verzieren den seitlichen Altan, den breiten Erker und den kleeblattförmigen Giebel des Zwerchdaches. Säulen und Schmucksteine mit Reben- und Eulendekor gliedern die Fassade. Auffällig sind die Erkerkonsolen gestaltet: Je zwei Figuren mit Zipfelmützen, durch Reben getrennt, fassen sich gegenseitig an den Kopf. Sie stellen vermutlich Stuttgarter Wengerter dar. 


Neue Weinsteige
1831 durch Oberbaurat Etzel als Anbindung Degerlochs und der Fildervororte an Stuttgart erbaut. Sie gilt bis heute als ingenieurmäßige Pionierleistung. Sie ersetzte den alten, extrem steilen Karrenweg der Alten Weinsteige durch eine breite Panoramastraße.


  • Hausnummer 2

    Das Eckhaus zur Olgastraße besticht durch eine gelungene Mischung aus historisierenden Formen und Jugendstilelementen. Die Fassade des dunkelrot verputzten Hauses mit großzügigen Werksteinelementen ist gänzlich abgerundet. Die Mittelachse wird durch einen runden Balkon mit zwei stehenden Frauenfiguren betont. Vier geschwungene Zwerchdächer gliedern das große Ziegeldach. 


Olgastraße
Ab 1851 angelegt. Benannt nach Königin Olga von Württemberg (1822 - 1892), Tochter von Zar Nikolaus I. und geborene Großfürstin von Russland. Sie heiratete 1846 den württembergischen Thronfolger König Karl von Württemberg. Die karitative Königin war u.a. Förderin des Karl-Olga-Krankenhauses, im Volksmund liebevoll "Olgäle" genannt. Die Olgastraße, einst mit prunkvoller Architektur, darunter zahlreichen Villen bestückt, hat vor allem im unteren Teil schwer unter den Zerstörungen des II. Weltkrieges gelitten. 


  • Hausnummer 93
    Die prachtvolle Werksteinfassade besticht besonders durch zwei monumentale männliche Halbfiguren seitlich des Portals, die einen zierlichen Balkon tragen.


  • Hausnummern 101, 103, 105, 108, 110, 112
    Die Ende des 19. Jh. entstandenen Bauwerke vermitteln mit ihren reich gegliederten und 
    ornamentierten Werksteinfassaden eine Ahnung der einstigen Pracht. 


Schlosserstraße
Die Schlosserstraße wurde ab 1851 angelegt und ist nach dem Schlosser-Handwerk benannt, das offenbar mehrere hier ansässige Werkstätten ausübten. Eine der am frühesten bebauten Straßen des Quartiers, zeigt sie vorwiegend schlichte Fassaden in einfachem spätklassizistischem Stil.


  • Hausnummer 11
    Am Hauseingang befindet sich in Kleinod der besonderen Art: ein Vorhof aus der Zeit des Jugendstils. Die Umfassungsmauer staffelt sich über fünf Zinnen, die mit grün glasierten Ziegeln bekrönt sind, in die Höhe. In die Wand eingelassen ist eine Ruhebank, über der sich ein fein gemeißeltes Relief befindet. Es wurde 1906 von K. Lindenberger geschaffen. Es stellt vorne links einen von einem Hund begleiteten Jäger mit einer aufrecht gestellten Lanze dar. Im Hintergrund rechts erkennt man einen kapitalen Hirsch, der durch ein Kreuz auf seiner Stirn als heilig ausgewiesen ist. Vor der Bank, ebenfalls in die Wand eingelassen, ein Brunnen mit halbrunder Schale. Das Wasser fließt aus dem Mund eines Fauns. 


Sophienstraße
Die Sophienstraße wurde im Zuge des ersten Stadterweiterungsplanes ab 1820 angelegt. Sie ist benannt nach Königin Sophie der Niederlande (1818 - 1877, geborene Prinzessin von Württemberg), der Tochter König Wilhelms I. von Württemberg. Ihr Gatte war König Wilhelm III. der Niederlande.


  • Hausnummer 1A
    Die Fassade des wunderschönen klassizistischen Gebäudes ist ganz aus Werkstein errichtet und reich gegliedert. Der Mittelrisalit zeigt im ersten Obergeschoß einen reich verzierten Giebel, der von zwei lebensgroßen, im klassisch griechischen Stil geformten Frauengestalten getragen wird. Die rechte Figur hält einen Zirkel, das Attribut der Architekten. Das Attribut der linken Gestalt ist abgebrochen. Zum Haus gehört ein über 100 Jahre alter Gründerzeitgarten.


  • Hausnummer 1B
    Das denkmalgeschützte frühere Kutscherhaus hat eine seitlich angebrachte schmiedeeiserne Freitreppe zum ersten Stockwerk, der eigentlichen Wohnung. Das Erdgeschoss nämlich, das aus einem einzigen großen Raum besteht, diente früher zum Unterstellen der Kutsche.


  • Hausnummer 3B/C
    Bemerkenswert der große Torbogen, der im Inneren mit einer hübsch ornamentierten Stuckdecke abgeschlossen ist.


  • Hausnummer 4A + 4B
    Das Haus ist eines der ältesten im ganzen Quartier. Es wurde bereits in den 40er Jahren des 19. Jh. im Zuge des Mietwohnungsbaus der ersten Stadterweiterung erbaut. Die Fassade in spätklassizistischem Stil ist schnörkellos schlicht. Die barocken Applikationen, zwei Putten über dem Eingang, sind spätere Zutaten aus dem Jahr 1877. 


Weißenburgstraße
Benannt nach der 1263 erstmals erwähnten Burg, auf die die Straße zuläuft. Sie stand auf einem nördlichen Vorsprung des Bopsers und wurde 1311 von den Esslingern zerstört. Ein Kupferstich von Matthäus Merian aus dem Jahr 1624 zeigt die Ruine. Später wurde das Gelände Standort der Villa Weißenburg des Fabrikanten und Geheimrats Dr. Ernst von Sieglin.
Im unteren Teil bis zur Heusteigstraße klassizistische Bebauung mit sparsamem Dekor, die Erker- und Fensterbekrönungen mit schlichten Dreiecks- bzw. Segmentgiebeln. Im oberen Teil gründerzeitliche Fassaden. 


  • Doppelhaus Weißenburgstraße 2B
    Laut Inschrift 1892/1893 von den Architekten Eisenlohr und Weigle geplant, von den Werkmeistern Müller und Zerweck ausgeführt. Historisierende Fassade mit barocken Muschelformen in den Segmentgiebeln der Fenster. Ionische Säulen und reliefgeschmückte Werksteine gliedern die Fassade. Barock geschwungene Zwerchdächer schließen den Bau oben ab. Bemerkenswert die Halbfigur eines Baumeisters mit Wappenschild, die als Konsolfigur das Sockelgeschosses ziert.


  • Hausnummer 19
    Das herausragende Gebäude schmückt ein zentraler Erker, der einen Balkon mit zierlich geschmiedeter Eisenbrüstung trägt. Ein Medaillon in Kranzform zeigt die Jahreszahl 1891.


  • Hausnummer 20
    Eckhaus zur Mozartstraße mit abgerundeter Fassade. Der Sockel aus Werksteinen, nach Rustika-Art grob behauen, reicht über zwei Stockwerke. Ein zentraler Erker mit feinem Ornament schmückt die zierlich gegliederte Fassade.


  • Hinterhaus Hausnummer 31/33
    Skurriles Haus aus mit Backsteinen gefülltem Fachwerk. Die Ziegel sind in unterschiedlichen Verbindungen vermauert und bilden einen reliefartigen Ornamentschmuck. Seitlich des reich geschnitzten Holzbalkons stehen zwei fast lebensgroße Skulpturen in ausgemauerten Nischen. Mehrere steinerne Tierköpfe und alte Epitaphien schmücken den Hofraum. 


Wilhelmsplatz

Der Wilhelmsplatz wurde 1832 anstelle des dortigen Holzmarktes als klassizistische Platzanlage entworfen. Bis 1811 war dort der Richtplatz angesiedelt. Von der originalen Bebauung haben sich wenige Häuser am Rande des Bohnenviertels erhalten. Heute bestimmt die gläserne Architektur des Herold Centers mit seinem auffälligen Turm den Anblick.
Auf der großzügigen Freifläche wurde 1901 der ehemalige Marktbrunnen vom Stuttgarter Marktplatz, der dem Neubau des Rathauses weichen musste, aufgestellt. Er war bis zu seiner Verlegung moderner Ersatz für drei mittelalterliche Marktbrunnen. Er ging aus einem großen barocken Lust- und Springbrunnen hervor, der einst den Schillerplatz zierte.



Markante Sehenswürdigkeiten und Gebäude

Vom Alten Zahnradbahnhof über das Eduard-Pfeiffer-Haus bis zur Weißenburg
 

Alter Zahnradbahnhof, Filderstraße 47
Die Zahnradbahn wurde 1884 von Kessler und Kühner geplant und gebaut. Der Talbahnhof wurde 1907 von A. Schler, André Lambert und Georg Stahl in repräsentativen neobarocken Formen umgestaltet. Durch einen hohen geschwungenen Giebel gelangt man in den Bahnhof, über eine zweiläufige Loggientreppe zu den Gleisen. Die liebevoll "Zacke" genannte, eingleisige Bahn, die teilweise eine Steigung von 17 Prozent bewältigt, sollte den damaligen Luftkurort Degerloch und die Fildern mit der Stadt verbinden. Aus der Bahn bietet sich ein herrlicher Blick über die Stadt! 1937 wurde der Bahnhof an den Marienplatz verlegt. Heute hat das Theater "Die Rampe" hier sein Domizil. 


Eduard-Pfeiffer-Haus/Alter Landtag, Heusteigstrasse 45
1888-1890 von Wittmann und Stahl erbaut. Das Eduard-Pfeiffer-Haus/Alter Landtag ist ein typischer Bau des Historismus, der nach dem Vorbild italienischer Renaissance-Palazzi gestaltet wurde. Der Sozialreformer Eduard Pfeiffer ließ es als großes Heim für 240 ledige, minderbemittelte Arbeiter bauen. Angeschlossen waren eine Volksküche, eine Wäscherei, ein Saal für allgemeine und kulturelle Veranstaltungen, genannt die Arbeiterhalle, sowie ein kleiner Biergarten. Die prunkvolle Fassade des fünfstöckigen Bauwerks ist ganz aus Werksteinen ausgeführt. Ein Giebel betont die Mittelachse. Säulen, Balkone, Voluten und giebelbekrönte Fenster schmücken den Bau. Die seitlich steil aufragenden Walmdächer setzen einen prägnanten Akzent im Stadtbild.
Der prächtige, zweigeschossige Saal erstreckt sich im rechten Winkel zur Rückseite des Gebäudes. Bemalte Säulen tragen die Empore mit schmiedeeisernen Brüstungen. Auf ihr erhebt sich eine zweite Säulenreihe bis hinauf zur bemalten Kassettendecke. Die Restaurierung kostete mehr als 2,1 Millionen Mark. Leider wird dieser wunderschöne klassizistische Saal in absehbarer Zeit nicht für die Öffentlichkeit zugänglich sein, denn seit 1986 nützt die Staatlichen Akademie der Schönen Künste den Saal für das Fach Bühnenbild.
Dieses Haus Heusteigstraße 45 ist ein wichtiges Stück Stadt- und Landesgeschichte geworden. Vor allem der Saal wurde Zentrum vieler kultureller und bürgerschaftlicher Aktivitäten. So diente er seit 1921 der Theatergruppe des Arbeiter-Bildungs-Vereins als Bühne. Berühmtheit erlangte er nach dem Zweiten Weltkrieg, als hier am 18. Juli 1947 die 35. Plenarsitzung des ersten Württembergisch-Badischen Landtags abgehalten wurde. 14 Jahre lang diente er als Tagungsstätte des ersten Landtags im deutschen Südwesten. Am 18. Mai 1949 verabschiedete der Landtag hier die Annahme des Grundgesetzes der Bundesrepublik Deutschland und am 25. April 1952 stimmte er der Bildung des neuen Bundeslandes Baden-Württembergs zu. 1961 bezog das Parlament schließlich den Neubau im Oberen Schlossgarten.


Fangelsbach
Der Fangelsbach gab der Flur Fangelsbach, später der Fangelsbachstraße sowie dem angrenzenden Friedhof, seinen Namen. Bach und Flur wurden schon 1286 als Famelspach erwähnt und gehen wahrscheinlich auf einen Personennamen zurück. 1451 werden auch die angrenzenden Weinberge als "im Fangelspach gelegen" bezeichnet.
Er entspringt oberhalb der Neuen Weinsteige in der Wernhalde, fließt durch einen schluchtartigen Einschnitt zur Altenbergstraße und mündet an der Kreuzung Fangelsbach-/Tübingerstraße nach einem Lauf von 1,6 km in den Nesenbach. Noch Anfang des 20.Jh. floß er offen in unmittelbarer Nähe des Friedhofs vorbei. Nach dem Ersten Weltkrieg wurde er kanalisiert und fließt heute durch den Straßenkanal der Immenhofer Straße ab.


Fangelsbachfriedhof

Der Fangelsbachfriedhof wurde 1823 als Ersatz für den schon früher geschlossenen Leonhards-Friedhof und den vorläufig noch genutzten Lazarettfriedhof angelegt.

Heute ist er ein wertvoller historischer Friedhof mit künstlerisch bedeutenden Grabmälern. Persönlichkeiten wie der Baumeister Nikolaus von Thouret, der Fabrikant Gustav Siegle, der Direktor des Königlichen Naturalien-Kabinetts, Oskar Fraas, Landeskonservator Eduard Paulus senior und junior sowie Karl Schiller, der Sohn Friedrich Schillers, fanden hier ihre letzte Ruhestätte. 



Grünanlage Bopser
1762 stieß man auf der Suche nach Tonvorkommen auf die wohlschmeckende und heilkräftige Bopserquelle. 1822 wurde sie mit Steinquadern eingefasst. Es entstand die erste öffentliche Grünanlage Stuttgarts mit reizender Aussicht. 1840 wurde eine hölzerne Trinkhalle im Stil eines antiken Tempels aufgestellt, das 1884 durch einen gußeisernen Pavillon ersetzt wurde. 1904 fuhr die erste eingleisige Straßenbahn an der Quelle vorbei nach Degerloch. 1939 wurde der Pavillon durch die steinerne Brunnenschale aus Travertin, aus der nun freilich Leitungswasser fließt, ersetzt.


Gründerzeit-Garten 
An der Ecke Heusteig-/Sophienstraße befindet sich ein kostbares Kleinod, das in weitem Umkreis seinesgleichen sucht: ein weit gehend im Originalzustand erhaltener, einhundertjähriger Garten aus der Gründerzeit. Alte Laub- und Nadelhölzer, schmale Wege und ein hölzerner Pavillon kennzeichnen das grüne Idyll. Die Oase auf dem früheren Gelände der Evangelischen Diakonissenanstalt entging nur knapp der Zerstörung durch einen Neubau.


Grünfläche Weißenburgstraße Block 28, Ecke Mozartstraße
Ein gelungenes Beispiel für die Entkernung und Neugestaltung eines Wohnblocks: Wo bis 1986 etliche - heute abgerissene - Gewerbebetriebe die engen Hinterhöfe verschandelten, breitet sich seit 1996 eine begrünte Hinterhofidylle aus, die sich terrassenförmig bis zur Olgastraße hinaufzieht. Die Grünanlage mit kleinem Spielplatz ist öffentlich zugänglich. 


Heusteigschule
Die monumentale Dreiflügelanlage wurde 1905 - 1906 von Theodor Fischer errichtet. Das Erdgeschoß des Mitteltraktes öffnet sich zur Heusteigstraße hin durch eine Arkadenreihe, hinter der die Pausenhalle liegt. Die mächtigen Walmdächer der beiden pavillonartigen Kopfbauten sind mit kupfernen Laternen geschmückt. Besondere Fantasie bewies Fischer, der sich auch der Innengestaltung annahm, bei der Gestaltung der Fenster, die unterschiedlichste Formen zeigen. Zahlreiche Details wie Türen, Geländer und Gitter sind im Originalzustand erhalten. Mit dem hier geprägten Typus eines Schulhauses mit lang gestrecktem Mitteltrakt, der von zwei Kopfbauten flankiert wird, wurde die Heusteigschule zum Vorbild für zahlreiche Schulgebäude weit über Stuttgart hinaus.
 


Markuskirche
1906 bis 1908 von Heinz Dolmetsch im Jugendstil erbaut. 
Der Kirchenbau ist aus verputztem Mauerwerk, die Fenster- und Türeinfassungen aus behauenem Sandstein. Am Außenbau finden sich v.a. neoromanische Bauformen wie die Säulen am Hauptportal, die Rundbogenfenster und die Friese. Auf dem tief heruntergezogenen Mansardendach sitzen zwei Dachreiter: der kupferne Markuslöwe im Westen und ein Kreuz im Osten. Der Turm mit quadratischem Grundriss geht im dritten Obergeschoß in ein Oktogon über, das die beiden runden Glockengeschosse trägt. Darauf sitzt der Turmhelm mit Laterne. Der 48,5 Meter hohe Turm gilt als der erste in Eisenbeton ausgeführte Kirchturm Deutschlands. 
Im Inneren ist das Mittelschiff durch eine flache Tonne überwölbt, die wie die Pfeiler in Eisenbeton ausgeführt ist. Die Kirche ist 46,75 Meter lang, 14,7 Meter breit und 13,35 Meter hoch und bietet heute bis zu 1400 Sitzplätze.

 

 

Neue Weinsteige
1831 durch Oberbaurat Etzel erbaut. Sie gilt bis heute als ingenieurmäßige Pionierleistung. Sie ersetzte den alten, extrem steilen Karrenweg der Alten Weinsteige durch eine breite Panoramastraße. 


Weißenburg
1263 erstmals erwähnt, 1311 von der Reichsstadt Esslingen zerstört. Sie stand auf einem nach Norden gerichteten Vorsprung des Bopsers. Ein Kupferstich von M. Merian aus dem Jahr 1624 zeigt die Ruine. Später wurde das Gelände Standort der Villa Weißenburg des Fabrikanten und Geheimrats Dr. Ernst von Sieglin. Zu dieser Villenlage gehörten auch das Teehaus sowie der Marmorsaal, die Sieglin im Jahre 1913 von Heinrich Henes im Park der Villa errichten ließ. Beide wurden 1989 restauriert, während die klassizistische Villa Weißenburg bereits 1964 abgerissen wurde.

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