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Historie - Bopser/Stitzenburg

Flurnamen trifft Uhrmachermeister


Bopser
Der Flurname "Bopzer" wurde bereits 1436 erwähnt. Über den hohen Bopser, auf dem heute der weltberühmte Stuttgarter Fernsehturm steht, führte eine alte Römerstraße, die vom Kastell in Köngen durch den Talkessel in Richtung Pragsattel verlief. 

In der heutigen Grünanlage Bopser stieß man 1762 auf der Suche nach Tonvorkommen auf die wohlschmeckende und heilkräftige Bopserquelle. 1822 wurde sie mit Steinquadern eingefasst. Es entstand die erste öffentliche Grünanlage Stuttgarts mit reizender Aussicht. 1840 wurde eine hölzerne Trinkhalle im Stil eines antiken Tempels aufgestellt, das 1884 durch einen gußeisernen Pavillon ersetzt wurde. 1904 fuhr die erste eingleisige Straßenbahn an der Quelle vorbei nach Degerloch. 1939 wurde der Pavillon durch die steinerne Brunnenschale aus Travertin, aus der nun freilich Leitungswasser fließt, ersetzt. Die Bopserstraße im Heusteigviertel wurde 1872 als eine der ersten Straßen im Quartier angelegt.


Weißenburg 
Benannt nach der 1263 erstmals erwähnten ehemaligen Burg, auf deren einstigen Standort die Straße zuläuft. Sie lag auf dem nördlichen Vorsprung des Bopsers und wurde 1311 von der Reichsstadt Esslingen zerstört. Ein Kupferstich von Matthäus Merian aus dem Jahr 1624 zeigt die Ruine. Später wurde das Gelände Standort der Villa Weißenburg des Fabrikanten und Geheimrats Dr. Ernst von Sieglin. Zu dieser Villenanlage gehörten auch das Teehaus sowie der Marmorsaal, die Sieglin im Jahre 1913 von Heinrich Henes im Park der Villa errichten ließ. Beide wurden 1989 restauriert und sind heute ein architektonisches Kleinod Stuttgarts. Die klassizistische Villa Weißenburg wurde dagegen leider bereits 1964 abgerissen. 


Stitzenburg
Benannt nach dem Uhrmacher Christian Friedrich Stitz (1766 – 1840), der Anfang des 19. Jahrhunderts in der Nähe der heutigen Stitzenburgstraße ein öffentliches Gartenlokal mit Aussichtterrasse, die "Stitzenburg", eröffnete. Hermann Lenz schreibt in seinem Buch "Durch Straßen schlendern": "Ursprünglich ein Landhaus, das "Kleine Solitude" oder "Grüneisens Solitude" geheißen hat, ließ Herr Stitz eine Wirtschaft daraus machen, wo man im Freien sitzen und von einer Gartenterrasse aus, inmitten von Weinbergen, ins blaudunstige Nesenbachtal schauen konnte...".

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